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Samstag, 27. Juli 2019

Geistige Brandstifter - nicht nur bei der Linken



Die geistigen Urheber und Brandstifter der Neuen Rechten sind nachweislich Leute wie Martin Lichtmesz, Karlheinz Weißmann, Götz Kubitschek, Caspar von Schrenck-Notzing, die "Aktion neue Rechte", die Leute vom "Thule-Seminar" oder Sympathisanten des Grabert-Verlags, die viele ehemalige APO-Radikale in ihren Reihen haben, Henning Eichberg, Volkmar Wölk, Alain de Benoist und seine "Nouvelle Droite", nicht zuletzt mal was Populäres: Thilo Sarrazin (langjähriges SPD U-Boot). Diese Leute haben vor allem das taktische Vorgehen von Pegida und AfD geprägt. Dazu gibt es ziemlich viele ziemlich üble Schriften wie "Abendland", "Identität", "Die Neue Front" oder "Hier & Jetzt". Woher ich das weiß?
 - Ich empfehle "Die autoritäre Revolte" von Volker Weiß, Spiegel-Bestseller und als Klett-Cotta-Taschenbuch preiswert für 9,95 € zu haben: die derzeit wohl beste Beschreibung des braunen Sumpfes und seiner unappetitlichen Fauna. Das ist leider kein Unsinn, sondern eine wichtige Waffe im Kampf gegen die politischen und kriminellen Folgen dieser Verirrung. Oft werden Ermittlungsbehörden nämlich aus purer Unwissenheit nicht tätig, obwohl es dringend geboten wäre. Fast alle diese Leute erfüllen permanent den Straftatbestand der Volksverhetzung.
Sie faseln von "Tradition" und meinen nur eine ganz bestimmte tiefbraune, von einem "Recht auf Widerstand", von "Umvolkung" oder "Bevölkerungsaustausch", von "Volksverrätern" statt von Vertretern der repräsentativen Demokratie. Zuerst halten sie nur Reden und schreiben Artikel. Sie leugnen einfach alles, was nicht in ihr verqueres Weltbild passt - vom Holocaust bis zum Klimawandel oder den Fluchtursachen in Afrika. Aber dann  horten sie Lebensmittel und Waffen, erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als ihren Staat an, hinterziehen Steuern und widersetzen sich behördlichen (auch polizeilichen) Anordnungen. Wer kann den Anfängen wehren, wenn er sie nicht erkennt? Man muss also Ross und Reiter nennen, das weiß der Autor dieses Buches genau.
Volker Weiß beschreibt präzise die von Linken kopierte Taktik der subversiven Aktion zum Zweck der Grenzverschiebung. Sie sucht nach Aufmerksamkeit um jeden Preis, da sind kleine oder auch große Lügen nur ein "Vogelschiss". Es ist die Taktik der gezielten Grenzüberschreitung, des Austestens und des prompt folgenden Rückzuges bei entschiedenem Widerstand. Vom Untergang des Abendlandes ist da wieder die Rede, um auch in der gesellschaftlichen Mitte Panik zu erzeugen und bei Extremisten ein Verhalten zu provozieren, das am Ende auch nicht vor Mord und Totschlag zurückschreckt.
Der Autor entlarvt mit fundierten historischen Kenntnissen die beliebtesten Fakes und Mythen der Neuen Rechten, vom "Abendland" bis hin zur angeblichen Islamisierung der Gesellschaft. Er benennt den eigentlichen Feind der Neurechten, den diese übrigens mit islamisten und Leuten wie Putin und Erdogan gemeinsam haben: "Dekadenz" und "Liberalismus" im Gegensatz zu Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, echter Toleranz und bunter kultureller Vielfalt, die über exotisches Essen oder multikulturelle Dekoration hinausgeht. Auch der Rassismus eines Brexiteers wie Boris Johnson oder des autoritären Populisten im Weißen Haus hat im Kern dieses Feindbild. Wer hier noch meint, Vertragstreue z.B. bei der NATO fände hier noch ein Gegenüber auf Augenhöhe, hat den Schuss nicht gehört und ist naiv bis zur groben Fahrlässigkeit.

Dienstag, 23. Juli 2019

Ein begnadeter Unruhestifter geht

Thomas Wördehoff

Intendant Thomas Wördehoff verabschiedet sich nach zehn Jahren Ludwigsburger Schlossfestspiele


Am 22. Juli 2019 nahm Thomas Wördehoff im Palais Grävenitz nach zehn Jahren seinen Abschied als Intendant der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Nach dem Abschlusskonzert am 20. Juli im ausverkauften Forum am Schlosspark mit dem Pianisten Igor Levit, dem Trompeter Thomas Gansch, der Band Mnozil Brass und der Duo Nora Fischer & Marnix Dorrestein verabschiedete auch der Finne Pietari Inkinen als Leiter eines phänomenal gewachsenen Festspielorchesters.
Pietari Inkinen
Dabei würdigte Staatssekretärin Petra Olschowski Wördehoff und Inkinen, deren Begegnung fruchtbar und wichtig für die Festspiele gewesen sei, und dankte ihnen und dem Orchester für "wunderbare Abende und das Gefühl von Zusammenhalt und Gemeinschaft", die das Festival in den letzten zehn Jahren zu einem besonderen Ort gemacht hätten. Oberbürgermeister Werner Spec gratulierte dem Intendanten zu zehn Jahren Intendanz und hob insbesondere die neuen Impulse hervor, die Wördehoff in seiner Programmgestaltung gesetzt hatte. Mit Wördehoff geht ein begnadeter Unruhestifter, der mit seiner Experimentierfreude manchen konservativen Musikfreunden gehörig auf den Wecker gegangen ist. Es gab auch im Freundeskreis Kämpfe um die Vorherrschaft in einem Programm, das sich nach der Ära Gönnenwein öffnete für Song, Jazz, Balkan Brass, Weltmusik, jede Form von musikalischem, tänzerischen, dramaturgischen, auch literarischen Crossover-Projekten. Wördehoff krempelte das Image des reinen Klassik-Festivals um in ein Festival der Neugierde, der Überraschungen, auch der Kontroversen. Es mag eine kleine Genugtuung für Wördehoff gewesen sein, dass sein prominenter Widersacher OB Spec ihn im Amt nicht überlebt hat.
Doch für so etwas hat Wördehoff eigentlich gar keine Zeit und wohl auch keine Antenne. Intrigen gehen ihm gegen den Strich. Was er zum Abschied zu sagen hatte, war daher auch nicht bitter, und auch nicht bloß eine Bilanz seiner letzten Festspielzeit, sondern ein nachdenklicher Ausblick. Die schiere Statistik zeigt, wie versucht wurde, die Ludwigsburger Schlossfestspiele auszuhungern durch Austeritätspolitik: Sparen, Sparen, Sparen war die Devise von Stadt und Land, die seit 16 Jahren (!) den Etat des einst größten deutschen Musikfestival um nicht einen Cent erhöht haben. Kein Inflationsausgleich, nirgends: Wer wäre da als normaler Angestellter nicht längst auf den Barrikaden? Gottlob gibt es Sponsoren, gottlob fand Wördehoff, als ehemaliger Chefdramaturg der Ruhrfestspiele bestens vernetzt, immer wieder interessante und potente Kooperationspartner. Und trotzdem schrumpfte die Zahl der Konzerte von anfangs 70 auf 54 im Jahr 2019. Niemand fand nach Wolfgang Gönnenwein je den Mut, das Festival aus der strukturellen Unterfinanzierung zu holen. Das augenfälligste Beispiel dafür ist das Orchester: Jetzt hieß es aus dem Aufsichtsrat, das Festspielorchester solle es weiterhin geben, aber keiner kann sagen, wie. So wird es wohl 2020 weder ein Eröffnungskonzert noch ein Abschlusskonzert geben. Wie soll das gehen? Stand heute suchen Musiker neue Geldgeber, obwohl das nicht ihr Job ist.
Dabei hat das Festivalorchester sich aus einem zusammengewürfelten Haufen in 30 Jahren zu einem charakterlich und musikalisch reifen Klangkörper entwickelt, der hoch professionell arbeitet. Große Namen standen nie zur Verfügung, um die Massen zu locken. Der Pianist Igor Levit, Christina Pluhar und ihr Barockorchester, die Violinvortuosin Isabelle Faust wurden nicht zuletzt erst durch Ludwigsburg groß. Das Gleiche gilt für die Musikbanda Franui. Und doch, trotz des wetterbedingten Hochrisiko-"Klassik Open Air", lag in diesem Jahr die Auslastung bei stolzen 81 Prozent.
Die Zusammenarbeit mit regionalen, überregionalen und internationalen Partnern wurde durch Koproduktionen mit Institutionen wie etwa dem NT Gent, der Staatsoper Unter den Linden, dem Theaterhaus Stuttgart, dem Théatre des Champs-Elysées und der Toneelacademie Maastricht sowie durch zahlreiche Kooperationsveranstaltungen, beispielweise mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, dem Deutschen Musikrat, der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie, dem Kunstmuseum Stuttgart und anderen Partnern weiter bestärkt. Und lägen regionalen Zugpferde der Literatur mit Publikumsmagneten wie Nora Gomringer oder Hanns-Josef Ortheil nicht noch im toten Blickwinkel des etwas Österreich-zentrischen Thomas Wördehoff, gäbe es für die Zukunft ja kaum noch Neues zu entwickeln. Ab 1. Oktober 2019 übernimmt Jochen Sandig die Leitung der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Dann steht dort alles wieder Auf Anfang.

Sonntag, 21. Juli 2019

Musik für kluge Köpfe: Kent Nagano dirigiert Schönberg und Bruckner

Kent Nagano gibt Autogramme in Stuttgart
Am 19. Juli hat Kent Nagano das SWR Symphonieorchester in der Liederhalle Stuttgart geleitet. Auf dem Programm standen das Klavierkonzert op. 42 von Arnold Schönberg und die Sinfonie Nr. 6 A-Dur von Anton Bruckner ein ziemlicher Spagat. Schönbergs unterkühltes Klavierkonzert gehört zu jenen "Schattengewächsen" der Musik, die unbestritten Meisterwerke ihrer Art sind, aber niemals die Wertschätzung und Popularität erreichen wie vergleichbare. Es ist rhythmisch stark strukturiert und glänzt virtus durch die Solistin Mari Kodama, die mit dem Lächeln einer Sphinx spielte und nach 22 Minuten für den Applaus dankte. Doch Feuer war in dieser Darbietung kaum zu erkennen. Irgendwie hätte diese Musik auch in Jabbas Räuberhöhle in STAR WARS gepasst. Selbst wenn Nagano für die Pianistin, die seine Frau ist, das Orchester wieder zu Höchstleistungen anspornte: es geschah mit feiner Gestik und sehr gentlemen-like, nur eben unterkühlt wie die Musik selbst, bei der eine elegante Zwölfton-Oberstimme der rechten Hand eine bedeutende Rolle spielt. Nun, ich mag lieber Musik, bei der ich hören kann, wenn der Solist patzt. Bei Schönberg hörte es sich manchmal so an und war doch vermutlich Absicht - aber eine Absicht, die ich eben nicht durchschaue.
Bei Bruckners 6. Sinfonie nach der Pause hätte ich Fehler erkannt, doch es gab keine. Das Maestoso des ersten Satzes, das feierliche Adagio des zweiten, das langsame Scherzo des dritten und das bewegte Finale des vierten Satzes waren virtuos und technisch brilliant anzuhören. Der US-Amerikaner japanischer Herkunft (geboren 1951) ist ein Gentleman am Dirigentenpult, der mit feinen Handbewegungen und ausdrucksvoller, sanfter Mimik das Orchester leitet, ohne mehr als gelegentliche Gefühlsregungen erkennen zu lassen. Der gefühlsbetonende Bruckner kam hier recht papieren daher. Obgleich der Stardirigent als Leiter der Berliner Philharmoniker, der Bayerischen Staatsoper und der Hamburgischen Staatsober samt Staatsorchester (seit 2015) der deutschen Musikwelt seit Jahrzehnten aufs engste und sehr erfolgreich verbunden ist, interpretierte er diesmal Bruckner fast wie zuvor Schönberg. Ausgerechnet den emotionalen Tornado Bruckner. Vielleicht war die Zusammenstellung des Programms schuld an so viel Nüchternheit. Schön war´s trotzdem.











Freitag, 19. Juli 2019

Ökonomie ist eminent politisch

Götterdämmerung einer Wirtschaftsform

Andrew Sayer: Warum wir uns die Reichen nicht leisten können,

Verlag C.H. Beck München 2017, 477 S., 27,95 €


Wussten Sie, dass eine Spritztour mit einer Wally-Superyacht auf dem Mittelmeer an einem Nachmittag schon mal 10 000 Liter Sprit verbraucht und der Umwelt mehr schadet als ein durchschnittlicher Afrikaner in seinem ganzen Leben? Oder dass in der Bishops Avenue, der zweitteuersten Straße Londons, ein Drittel der Häuser leer steht? Diese Häuser gehören reichen Ausländern, die damit zu Hause Steuern sparen und zufrieden zuschauen, wie in London die Immobilienpreise durch die Decke gehen. Dito in Stuttgart, wo der ehemalige Volkswagen-Boss Ferdinand Piech die berühmte Calver Passage (eigentlich denkmalgeschützt) abreißen lässt, um an gleicher Stelle ein lukratives Spekulationsobjekt zu bauen. Dergleichen Beispiele gibt´s mehr, in fast jeder größeren deutschen Stadt.
Ursache für diese Immobilienspekulationen sind dysfunktionale Marktmechanismen, also systemische Fehlfunktionen, die es dem 1 Prozent der Superreichen erlauben, durch die Kontrolle von Eigentum und Kapital jenen Wohlstand abzuschöpfen, den andere produziert haben. Geradezu ein Lehrbuch für kreativen Raubtierkapitalismus in jeder Form ist die "City of London". Und diese Räuberhöhle hat der Autor als Professor für Sozialwissenschaften und Politische Ökonomie an der britischen Lancaster University unmittelbar vor Augen. Andrew Sayer beschäftigt sich unbestechlich und kenntnisreich mit dem Verhältnis zwischen Ökonomie und Moral sowie den Folgen der Ungleichheit für demokratische Gesellschaften. Die Enttäuschten wählen längst in Scharen rechtsradikal, weil Linke und Grüne es nicht hinkriegen, Liberale und sogar Christdemokraten es aber gar nicht erst hinkriegen wollen.
Der Trick ist trotz aller Vielgestaltigkeit immer einfach: "Dass es nicht nur auf harte Arbeit, sondern darauf ankommt, sich in den Besitz von Vermögenswerten zu bringen, die unverdientes Einkommen abwerfen". Gemeint sind "Dividenden", Mieten, Großrechner mit schlauen Algorythmen, die kein Mensch durchschaut etc. - alles, was er "Renten" nennt, man könnte auch Monopol zum Gelddrucken sagen. Sayer ist alles, nur kein Kommunist. Aber er würde diese Formen des "unverdienten Einkommens" gern abschaffen. Sie sind Ursache für elektronischen Betrug ebenso wie die elektronische Geldschöpfung durch Zentralbanken oder für massive, aber fehlgeleitete Subventionen (etwa  Unternehmen, die fossile Brennstoffe fördern und vermarkten, veraltete Technologien in der Autombilindustrie) und das Ausbremsen notwendiger oder sinnvoller Veränderungen bei der Energiewende. Immer wieder werden "Marktmechanismen" zum Naturgesetz erhoben, die alles Mögliche sind, nur sicher kein Naturgesetz.
Sayer zeigt, dass Ökonomie immer eminent politisch ist. Wenn z.B. Ökonomen nach ideologischer Gehirnwäsche durch die Globalisierungsdoktrin "Mehr Eigenverantwortung" fordern, meinen sie die Enteignung von Versicherungen und Sozialkassen etwa durch private Klinikbetreiber und die Ausbeutung der Versicherten durch Kürzungen der Leistungskataloge. Schreien sie "Subventionierung!", meinen sie vielleicht gar nur den Verlust ungerechtfertigter Steuervorteile durch politisch ausgehandelte Privilegien wie Steuersparmodelle für Konzerne und Multimillionäre, oder auch die ohnedies magere Kompensation von Pendlerekosten durch die "Pendlerpauschale" des Finanzamtes für kleine Angestellte und (Schein-)Selbständige, die keine Subvention ist. Und Invesitionen möchte Sayer wieder in die Produktion sinnvoller Dinge fließen sehen und nicht länger in den Kauf von Unternehmen, deren asoziale Zerschlagung und den profitablen Weiterverkauf der Filetstücke.
Sayers Buch ist wichtig, denn er nennt Ross und Reiter, erklärt das System verschleierter Verantwortlichkeiten und macht deutlich, warum die Schere zwischen Arm und Reich, Oben und Unten sich immer weiter öffnet. Und er räumt auf mit verbreiteten Vorurteilen, z.B. das die Reichen (oder das automome Fahren oder noch mehr Roboter) Arbeitsplätze schaffen würden oder Wohlstand von ganz oben grundsätzlich immer nach unten durchsickern würde. Pustekuchen! Sayers beschreibt, warum es lukrativer ist, Gesetze zu machen als "über dem Gesetz" stehen zu wollen. Die ganz legalen Wege der Korruption lassen dem Leser die Haare zu Berge stehen und erzeugen (berechtigte) Wut auf die großen Hütchenspieler, die sich selbst "Globale Player" nennen, und auf ihre verkommene Meute von Anwälten, Beratern und Lobbyisten.
Dieses Buch ist fast so wichtig wie neue Erkenntnisse zur Klimaerwärmung. Denn es entlarvt die echten Kriegstreiber der Welt, die Menschen- und Waffen- und Drogenhändler, die Trickser und Täuscher der "Panama Papers" und ihre Motive. Wer sich Sorgen über die zunehmende Zahl von Flüchtlingen und deren soziale Kosten macht, kann nach dieser Lektüre die Rechnung den richtigen Leuten präsentieren. Denjenigen, die daran beteiligt sind, ganze Meere leerzufischen und ganze Länder unbewohnbar zu machen oder als Acker für "Investoren" zu plündern. Diejenigen, die mit ihrer Mafia-Wirtschaft das Lügen zum Geschäftsmodell gemacht haben, müssen sich hier mit unangenehmen harten Tatsachen konfrontieren lassen, die gegen "Fake news" jeder Glaubensrichtung immun sind.

Sonntag, 14. Juli 2019

Freischütz mit Jonglage in Ludwigsburg

Foto: © Julien Benhamou
Nationaloper einmal anders: Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz" aus dem Jahr 1821 gab es am Freitag/Sonntag 12./14. Juli bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen in einer französischen Neuinszenierung von Clément Debailleul und Raphaël Navarro. Die deutsch-französische Koproduktion der Schlossfestspiele mit Insula orchestra, dem Chor accentus und der Compagnie 14:20 interpretiert den Stoff, der bei der Uraufführung 1821 den Nerv des deutschen Publikums und der gerade entstehenden deutschen Nationalbewegung traf, weniger mit Waldesmythos, Schauermärchen und Jägerromantik. Der französische Blick betont eher das Spielerische: Lichtspiele im Dunkeln, Jonglage-Einlagen sowie der Verzicht auf Martialisches und "Tümelndes" verstellen den düsteren Akzent über dem ganzen Werk nicht etwa, sondern verstärken ihn sogar.


Foto: © Julien Benhamou
Während Webers "Freischütz" auf den Bühnen des deutschsprachigen Raumes zum Standardrepertoire gehört, wagen sich ausländische Ensembles eher selten an die "deutsche Nationaloper". Dabei, das wurde bereits bei der Premiere der Koproduktion deutlich, eröffnet der Blick von außen einmal ganz andere Sichtweisen auf den altbekannten Stoff. Das junge französische Regieteam legt das Augenmerk seiner Inszenierung auf die dunkle Seite der Romantik, die in den handelnden Figuren der Oper zum Ausdruck kommt. Die beiden Regisseure geben den subtilen, ungreifbaren Ängsten und übernatürlichen Kräften hinter den Protagonisten in ihrer Interpretation Raum und legen die Rituale und Mythen der Jagdgemeinschaft offen. Im Zentrum ihrer Betrachtung steht weniger die ernsthafte oder ironische Auseinandersetzung mit der deutschen Identität, sondern die Frage, inwiefern individuelle Ängste unser Handeln bestimmen. 
Max, der neuer Oberförster des Fürsten werden möchte und mit einem Meisterschuss neben dem Amt auch die Hand der geliebten Förstertochter Agathe anstrebt, ist ein ideales Opfer finsterer Mächte: Er will eine Pechsträne loswerden und dem "Lampenfieber" vor der doppelte Prüfung entgehen, indem er sich von seinem Kollegen Kaspar einreden lässt, magische Freikugeln, die alles treffen, was man sich wünsche, seien die Lösung seiner Probleme. Doch natürlich bringt ihn die Unterstützung durch schwarze Magie erst Recht in Schwierigkeiten. Nur gut, dass er so ein lieber Junge ist...

Foto: © Julien Benhamou

Markenzeichen der beiden Regisseure, die neben der Arbeit an der künstlerischen Bewegung der "Magie Nouvelle" mit ihrer Compagnie 14:20 auch schon für den Cirque du Soleil tätig waren, ist der Einsatz spezieller Hologrammtechnik. Mit den Mitteln des Bühnenzaubers werden Akteure von ihren Körpern gelöst und Bewegungen in Zeitlupe sichtbar gemacht, ätherische Szenen kreiert und die Grenzen von Realität und Illusion aufgehoben. So entstehen innerhalb der Inszenierung immer wieder verblüffende Bilder, die geheimnisvolle und übernatürliche Elemente der Freischütz-Erzählung um eine magische Ebene erweitern. Mit dem Artisten und Jongleur Clément Dazin, der die mephistophile Rolle des schwarzen Jägers Samiel verkörpert, lassen die Regisseure in ihre Inszenierung auch Elemente der Zirkuskunst einfließen. Dass dabei niemals teutonisch-tierischer Ernst vorherrscht, sondern augenzwinkender Spaß an der Freud, beginnt schon beim Ahnherrn in Kunos Försterhaus, dessen- Porträt ganz gern einmal geisterhaft von der Wand fällt und sich überdies ungehörig bewegt. Dienerin Ännchen (zauberhaft mit ihrem belgisch-schweizerischen Akzent ("entzuckend") die Sopranistinnen Chiara Skerath, die übrigens immer von rechts her auftrat) ruft nach Hammer und Nagel, sowie Agathe, die Verlobte des Jägers Max (die Südafrikanerin Johanni van Oostrum: charaktervoll, ausdrucksstark, stimmstark und souverän in allen Lagen), die eher dunkle Vorzeichen am Werk sieht. Auch der finnische Tenor Tuomas Katajala als Max und der russische Bass Vladimir Baykov als sein durchtriebener Gegenspieler Kaspar waren großartig besetzt und sangen meisterhaft.


Die Musikalische Leitung der Produktion hat die französische Dirigentin Laurence Equilbey. Als Gründerin und künstlerische Leiterin des Chores accentus und des Insula orchestras hat sie sich in den letzten Jahren einen Ruf unter Experten für Chorsinfonik und A-cappella-Musik erworben. Das Zusammenwirken von historisch informiertem Orchester und dem schönen, ausdrucksstarken Chor mit einem Ensemble hochkarätiger junger Solisten rückt diesen "Freischütz" auch klanglich in ein besonderes Licht. Dem Ludwigsburger Festspielpublikum ist Equilbey bereits aus dem Jahr 2017 bekannt. Da hat sie eine gefeierte Inszenierung von Haydns "Schöpfung" mit "La Fura Dels Baus" dirigiert. Diesmal ließ sie jedoch einigen Gestaltungsspielraum zugunsten der Lichtspiele ungenutzt und agierte recht zurückhalten.

Die inzwischen mehrfach preisgekrönten Regisseure Clément Debailleul und Raphaël Navarro lernten sich als Jugendliche 1996 beim Festival Circa kennen. Im Jahr 2000 gründeten sie gemeinsam mit Valentine Losseau die Compagnie 14:20. Das experimentierfreudige Künstlerkollektiv verfasste das Manifest der "Magie Nouvelle" und begründete damit einen wichtigen Zweig der zeitgenössischen französischen Kunst- bzw. Theaterszene. Sie verbindet u.a. Einflüsse aus Tanz, Theater, Zirkus und Malerei miteinander und macht sich gern die Unausgewogenheit der menschlichen Sinne zu Nutze. Raphaël Navarro erhielt 2018 gemeinsam mit Valentine Losseau den Preis "Autor des Jahres" für die Zirkuskünste in ihrer Inszenierung von Goethes "Faust" an der Comédie Française.


Sonntag, 30. Juni 2019

Genie und Arbeit: Currentzis dirigiert Schostakowitsch 7

Fertig, aber glücklich: Currentzis beim Schlussaplaus
Am 27. und 28. Juni dirigierte Teodor Currentzis in der Stuttgarter Liederhalle mit dem SWR-Symphonieorchester die Sinfonie Nr. 7 von Dmitrij Schostakowitsch. Die "Leningrader", das längste und vielleicht größte Werk des Komponisten,  entstand 1940 bis 1942 während der Blockade und Bombardierung der Millionenstadt an der Ostsee durch die deutsche Wehrmacht. Im ersten Satz hört man das Kreischen und Donnern der Bomben und das Heulen der Sirenen während der Luftangriffe. Kaum je habe ich eine so eindrückliche und bewegende Wiedergabe des Krieges durch Musik gehört. Und doch - es ist eben großartige Musik. Als fernes Donnergrollen der Celli und Bass-Oboen wird das durchgehende Eingangsmotiv zu einem ohrenbetäubenden Crescendo mit allem, was die große Orchesterbesetzung zu bieten hat (und das ist weiß Gott nicht wenig!). Es steigert sich aber auch durch das anfangs leise, dann immer martialischere Tönen einer einzelnen Kriegstrommel, deren Rhyrhmus nach und nach alle Instrumentengruppen bis hin zu einem rasenden Furioso aufnehmen. Da hörte man auch das musklaische Erbe von Gustav Mahler, den Schostrakowitsch soi verehrt hat. Das war Musik als Widerstand und als Demonstration, dass die Kunst in der längsten Belagerung der Geschichte mit rund 16.500 Bombentoten und geschätzt einer Million Toten durch Hunger und Seuchen nicht gestorben war, sondern sehr lebendig.
Der stark sehbehinderte Schostakowitsch war nicht wehrtauglich, aber als Künstler und Lehrer am Konservatorium in der Pflicht, den Durchhaltewillen der Roten Armee und der Bewohner zu stärken. Geradezu rührend daher ein Foto im Programmheft, das es damals sogar ins New Yorker TIME Magazine schaffte: Ein gestelltes Bild des Komponisten in der Uniform eines Feuerwehrmanns mit Helm auf dem Dach des Konservatoriums. Im zweiten und dritten Satz (moderato und adagio) wechseln sich Klangbilder der Erschöpfung und der Totenklage ab, langsam und leise von einzelnen Bläser- und Streichergruppen getragen. Der vierte Satz eilt im Marschtempo (allegro non troppo) zum klangmächtigen Finale, das vom Sieg der Roten Armee kündet. Ihn vollendete Schostakowitsch nach der Evakuierung prominenter Einwohner des heutigen St. Petersburg im Frühjahr 1942.
„Ich widme meine Siebente Sinfonie unserem Kampf gegen den Faschismus, unserem unabwendbaren Sieg über den Feind, und Leningrad, meiner Heimatstadt ...“, schrieb Schostakowitsch am 29. März 1942 in der Parteizeitung "Prawda". Ein Triumphmarsch, dessen Tonart von c-Moll nach Dur wechselt. Wie sich zeigte, eroberte die Sinfonie rasch das Herz der Menschen in aller Welt. Anfang März fand die Uraufführung mit dem Orchester des Bolschoi-Theaters in Kuibyschew am Don statt. Auf Mikrofilm wurde die Partitur in die USA geschmuggelt und von Arturo Toscanini  in New York aufgeführt, am 9. August erklang es unter unbeschreiblichen Bedingungen mit überlebenden Musikern des Mariinsky-Theaters in Leningrad.
Warum ich diese Geschichte anlässlich eines Konzertes im Jahr 2019 wieder erzähle? - Weil man sie mithört. Weil das brillant aufspielende Orchester unter einem am Ende erschöpft, aber glücklich wirkenden Chefdirigenten die bildstarken Kontraste zu einer gelungenen Auseinandersetzung mit einem großen Kunstwerk machte. Weil das alles plötzlich so beängstigend aktuell wirkt. Weil die Musiker an jedem Klang geradezu physisch gearbeitet haben, um eine perfekt ausbalancierte Interpretation abzuliefern, in der jeder Takt überzeugt. Weil es einfach ein Glück ist, solche Musik zu hören. Das Publikum bedankte sich für diesen großen Abend mit Standing Ovations und anhaltenden Bravo-Rufen. Das kann kein PR-Hype, das kann nur Kunst, die sich dem Alltag ernthaft stellt und gewachsen zeigt: eine beglückende Symbiose aus genialer Begabung und harter Arbeit.

Sonntag, 9. Juni 2019

Nibelungentreue, Lügen und Kriegstreiber

Wirtschaftsgespräche mit Russland sind besser, als die Konfrontation immer weiter zu treiben. Eines Tages kann man mit Putin vielleicht sogar wieder über die Ukraine vernünftig reden. Haben wir etwa vor 1989 die UdSSR mit Sanktionen überzogen, weil die Mauer noch stand? Wir fürchten uns vor einem Krieg im Nahen Osten; aber wer ist ihn anzuzetteln im Begriff? Es sind Einflüsterer eines US-Präsidenten, die schon mehrfach mit Lügen und frei erfundenen "Fake News" gern einen Krieg vom Zaun gebrochen haben: erst den religiös bemäntelten Stellvertreterkrieg des sunnitischen Irak gegen den schiitischen Erbfeind Iran, dann den Krieg gegen Saddam Hussein und den Krieg der reaktionären Contras gegen ein verhasstes linkes Regime in Nicaragua. 
Jetzt also geht es wieder gegen den Iran, wobei der verlogene Autokrat im Weißen Haus den Rest der Welt mit Drohungen und Erpressungen instrumentalisieren will. Dabei hat Amerika selbst Schuld an dieser Feindschaft. Sie existiert, seit die CIA 1953 die erste frei gewählte Regierung Irans durch einen bezahlten Aufstand stürzen ließ, um die Verstaatlichung einer britischen Erdölfirma rückgängig zu machen und den Schah zum Alleinherrscher zu machen. Das geschah dann mit Hilfe des gefürchteten Geheimdienstes SAVAK, dessen Schreckensregime die Mullahs erst an die Macht brachte, weil nur die religiösen Fanatiker noch brutaler und mächtiger waren als die politischen Schläger (die mir vom Schah-Besuch 1967 in Berlin noch in übler Erinnerung sind).
Wir Europäer sollten aber nicht wie die Amerikaner alle Fehler der Vergangenheit wiederholen, sondern daraus lernen. Wir müssen endlich selbst wieder anfangen, Wort zu halten (keine Einkreisung Russlands durch die NATO nach der Wiedervereinigung, Klima-Verträge einhalten, Menschenrechte nicht bloß immer folgenlos anmahnen, sondern auch bei Flüchtlingen in Seenot einhalten, Kriegswaffen-Kontrollgesetz nicht ständig aus Geldgier durch Exporte an kriegführende Potentaten unterlaufen: Das wäre doch mal was!) Wir verachten und meiden das Wort "Konzentrationslager" wegen des Holocaust, aber wir bauen "ANKER-Zentren". Wie verlogen ist das denn? Und unsere vertragstreue Wirtschaft  lässt sich gegenüber dem Iran von Trump einschüchtern: das ist unehrlich, feige, blamabel und einfach schändlich! Es wäre stattdessen klüger, wenn die deutsche Autoindustrie ihre Investitionen aus den unberechnenbar gewordenen USA abzöge und lieber ihre Geschäfte mit Russland und China machte.
OK, ich finde die Annexion der Krim nach wie vor falsch. Ich verurteile seine Unterdrückung der Meinungsfreiheit, seine Instrumentalisierung der Justiz gegen Oppositionelle, und seine asymmetrischen Konflikte mit "Grünen Männchen" ohne Hoheitsabzeichen, Hackerangriffen etc. Aber warum lassen wir zu, dass sich Trump bei den Gedenkfeiern zum D-Day selbst feiert und alle unsere Werte in den Dreck zieht? Warum lassen unsere Regierungen dem Kerl alles durchgehen, ohne seine Handlanger auszuweisen, die zombiehafte NATO zu verlassen und die US-Stützpunkte in Deutschland zu schließen? Dieser Mensch ist ja nicht nur ein übler Hassprediger, Macho, Grapscher, Frauenverächter und Pöbler, ein Rassist, Lügner und Betrüger. Unsere Politiker werfen Putin zu Recht Verletzungen des Völkerrechts vor. Doch jeder Vertragsbruch der USA ist anscheinend so unantastbar wie US-Soldaten, wenn sie Kriegsverbrechen begehen, oder die CIA-Agenten, die rechtswidrig Leute wie Murat Kurnaz von deutschem Boden nach Guantanamo entführen, foltern und jahrelang ohne Prozess schmoren lassen? 
Warum maßt sich Annegret Kramp-Karrenbauer AKK das hirnrissige Urteil an, es sei "eine unzulässige Äquidistanz", Trump in einem Atemzug mit Putin und Erdogan zu nennen? Der einzige Unterschied ist doch, das Trump gerade erst angefangen hat, während Putin und sein Verehrer Erdogan schon viele Jahre Zeit hatten für den Umbau der Demokratie in ihre Autokratie! Ist diese CDU-Chefin samt ihrer "Werte-Union" noch zu retten? Was ist das denn für eine Nibelungentreue, dem Bündnispartner USA dermaßen hörig zu sein, dass man darüber den gesunden Menschenverstand und alle christlich-demokratischen Grundwerte vergisst? Ich kann mir das nur mit nackter Panik angesichts der (rein theoretischen) Möglichkeit erklären, dass es die GroKo demnächst vollständig zerlegt und bei Neuwahlen eine Mehrheit links der Mitte diesen ganzen Irrsinn beenden könnte. Wer da Schnappatmung kriegt, hat es nicht besser verdient.
Aber muss man deswegen gleich diktatorische Bestrebungen und kriminelle Tendenzen in einer US-Regierung verteidigen, die nur mit Hilfe eines schlechten Wahlrechts, russischer Freunde und Wahlbetrug an die Macht gekommen ist? Dieser Staat, der permanent im Ausland "Terroristen" ohne Gerichtsurteil ferngesteuert töten lässt, wobei schon Tausende unschuldiger Zivilisten gestorben sind, diese USA, die Angela Merkels Handy abgehört und sich nie dafür entschuldigt hat, dieses Land ist nicht mehr das, welches Deutschland vom Nationalsozialismus befreit hat!
Im Gegenteil. Seit "Krieg gegen den Terror" alles rechtfertigt, ist die Zahl islamistischer Terroranschläge weltweit explosionsartig gestiegen. Vielen Dank für dieses ungebetene Terror-Konjunkturprogramm. "America first" bedeutet, dass alle anderen Menschen in anderen Ländern straflos abgehört und schutzlos einer rabiaten Politik der Strafzölle, Monopole und Steuerverweigerung ausgesetzt werden dürfen. Wer (für weiße) US-Amerikaner ein besseres Recht beansprucht als für den Rest der Welt, ist nicht mehr unser Verbündeter, sondern ein imperialistischer Schurkenstaat, in dem leider eine Menge anständiger und netter Menschen leben. 
Was passiert, wenn in einem Land Vernunft keine politischen Mehrheiten mehr bekommt, können wir erstens aus leidvoller Erfahrung in Deutschland ganz gut beurteilen. Zweitens lässt sich das gerade auch ringsum in Europa und vielen an deren Weltgegegenden beobachten. Überall sind Neonazis und Autokraten auf dem Vormarsch. Und drittens findet das alles nicht zuletzt dank Geld und Know-How aus Amerika statt.
Steve Bannon, der im ersten Amtsjahr Trumps engster Berater im Weißen Haus war und Chefredakteur des rechtsextremen Medien-Netzwerks Breitbarth war, versucht jetzt im EU-Parlament rechtsextreme Allianzen zu schmieden und Europa zu schwächen: getreu der Putin-Agenta. Hallo? Hat da jemand den Schuss nicht gehört?! - Ja, AKK und die führenden Politiker der SPD. Da ist ein Paradigmenwechsel überfällig, dem sich die GroKo-Parteien CDU und SPD beharrlich verweigern. Nicht nur wegen des Totalausfalls in der Sozialpolitik, der Klima- und Energiepolitik, auch wegen dieses fehlenden Paradigmenwechsels brauchen wir einen klaren Politikwechsel. Reuevolle Krokodilstränen in Sonntagsreden ohne Folgen reichen nicht mehr! Das haben auch die jungen Freeitagsdeminstranten für den Klimaschutz begriffen.