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Samstag, 13. Februar 2010

Die Neue - Mathilda, 8 Jahre

Und wer bist Du? - Mathilda scheint in ihrer am meisten typischen Pose diese Frage zu stellen. Und mit dieser natürlichen Frechheit, mit dieser unschuldigen Frechheit, hat sie unser eingespieltes Kleeblatt ganz schön aufgemischt: einer von mehreren Gründen dafür, dass sich hier in letzter Zeit nicht mehr getan hat.
Weitere Gründe sind unentgeltliche Wochenendarbeit fürs Finanzamt (ja, ja: alle Jahre wieder...), Sauwetter bei Zimmerwechsel bei der Arbeit in Baden-Baden und zusätzliche Schreibaufträge. So konnte ich über Heinz Hirscher schreiben. Der Stuttgarter Künstler hat eine sagenhafte Odysee als "Simplizissimus des Zweiten Weltkriegs" erlebt... Die Sendung läuft auf SWR2 Leben am 7. Mai um 10.05 Uhr - das ist am Tag vor dem 65. Jahrestag des Kriegsendes (gibt´s danach auch als Podcast).
Und "Das Tal der Stimmen" - mein Feature über 40 Jahre Rauriser Literaturtage - läuft am 23. März um 22.05 Uhr. Weil das unverschämt spät ist, kann man auf der SWR2-Homepage das große Feature den ganzen Tag über "voraushören". - Ja, das gibt es tatsächlich. Und ich bitte, davon regen Gebrauch zu machen. Da wollte ich mal vorführen, was Radio alles kann und was mich meistens keiner machen lässt und was so beschissen bezahlt wird, dass sich auch sonst fast niemand traut, so zu arbeiten.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Die Fitti-WG in Baden-Baden




Mein neuer Lebensraum im Dezember

Aus dem Urlaub zurück bei SWR2 in Baden-Baden und mein Zimmer in der Pension "Haus Mathilde" anderweitig vermietet - da fand sich Bastian Schneeberger als Nothelfer. Er zieht um, ich bekam seine Bude in der so genannten "Fitti-WG" für die erste Zeit. Nette Jungs sind das, direkt beim SWR in der Fremersbergstraße über dem bekanntesten Feinkostladen Baden-Badens. Von links nach rechts auf dem Foto: Nils stehend, Johannes und Besucher Jonas. Nils und sein Mitbewohner Kota(ro)Dürr (kleines Bild) arbeiten bei SWR DASDING, Computerfreak Johannes bei SWR3. Technisch sind sie aber alle gut drauf.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Zwangspause für Kreativität

Die familiäten Schläge haben sich fortgesetzt. Leider war der Hörsturz meiner Frau nicht alles. Jetzt hatte auch ihr Sohn mit 47 einen Schlaganfall, und das legt doch die meisten kreativen Prozesse für einige Zeit lahm. Ich muss mich um andere Dinge kümmern und um das seelische Gleichgewicht m einer Lieben kämpfen.
Da ist dann der Autor als Buchhalter für eine kleine Firma in der Dienstleistungsbranche für die Autoindustrie tätig und muss selbst zu Zeiten der Buchmesse alles liegen lassen, was mit Literatur zu tun hat. Hoffentlich nicht für allzu lange Zeit. Ich kann so was eigentlich nicht (aus vielen Gründen), und ich will es auch nicht; aber einer muss es tun. Da sind Angestellte zu bezahlen, Rechnungen erstellen und zu schreiben, Verhandlungen mit Auftraggebern über eine professionelle Krankheitsvertretung zu führen. Sonst kommt der Mann aus der Reha-Klinik und ist auch noch seine Arbeit los. Mal ganz abgesehen von der medizinischen Seite: die ist schon dramatisch genug. Ich bitte um Nachsicht und etwas Geduld.

Sonntag, 31. August 2008

Arbeitsurlaub im Sommer

Der Urlaub im August war überschattet von der Sorge um meine Frau Grit, die einen schweren Hörsturz hatte. Die Folgen sind sehr unangenehm, und die geplante Reise ins Allgäu zum Wandern musste ausfallen.
Ende August ging es ihr dann etwas besser. Und da ich sowieso mit dem Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt zu einem Interview verabredet war, fuhr ich dann mit einem kleinen Zeitpolster wenigstens für ein paar Tage an den Starnberger See, wo Eibl-Eibesfeldt wohnt. Das erste Foto zeigt den See an meinem Hotel Schloss Berg, wie ich ihn am Dienstag Nachmittag antraf. Leider hatte mich kurz vor der Abfahrt ein Anruf vom RBB Kulturradio in Berlin erreicht mit der Bitte um ein Porträt von Karl Otto Conrady, weil der Sender ab 1. September den Hör-Conrady ausstrahlt. Neue Kundschaft soll man nie ablehnen, also verbrachte ich den Nachmittag am PC mit O-Töne Schneiden und Text-Schreiben.

So sah der See dann aus, als ich fertig war und zum Essen auf die Hotelterrasse ging. Es gab zum Durstlöschen ein herrliches Bayerisches Bier und zum Essen Seibling und Weißwein, da hab ich mir richtig was gegönnt. Der heimische Fisch ist den Bodensee-Felchen nah verwandt und schmeckt ausgezeichnet.
Dass es noch einmal so schön werden würde in diesem Sommer, hatten die Wetterfrösche zwar seit Tagen angekündigt; aber wenn es dann passiert, ist es noch schöner. Wir sind ja inzwischen einen deutschen Sommer-Monsun gewöhnt. Ich schlief schlecht wie üblich in fremden Betten.

Am nächsten Morgen sah es so aus. Da hatte ich also Zeit, denn Orientierung war unmöglich. Nach dem Frühstück bekam daher die Redaktion in Berlin eine E-Mail mit meinem Text.
Dann traf ich den Wissenschaftler, seine Frau und seine Mitarbeiterin Christa Sütterlin - er wohnt in Starnberg und sie trafen wir im Institut für Humanetologie in Andechs - leider nur noch eine kleine Forschungsstelle im botanischen Institut der Max-Planck-Gesellschaft. Die Gespräche waren lang und gut, zogen sich aber mit einem Abendessen beim Italiener am Ammersee bis nach 22 Uhr hin. Trotz der Mühen von Prof. Eibl war kein Zimmer in einem der Gasthöfe der Region für mich frei: Ferienzeit in der Touristenregion. Ich wollte da raus und dann was für die Nacht finden, weil ich das geahnt hatte.
Aber Eibls Gastfreundschaft ließ mich nicht ohne ziemlich ausgiebige und dennoch vergebliche Versuche ziehen. Dabei erlebte ich, wie bekannt und beliebt der 80jährige Professor bei den Leuten in der Gegend ist.
Vor der Kirche in Andechs saßen ein paar Männer im Biergarten des (leider4 ebenfalls belegten) Gasthofs, einheimische bärtige Machos um die 40, also viel jünger als wir. Im Vorbeigehen wurde Eibl plötzlich angesprochen: "Ja, kennst uns denn nimmer, Professor?" fragte einer freundlich, aber unüberhörbar. Und er blieb stehen und war sofort in ein Gespräch verwickelt: "Ja freilich, da schau her, der Karl! Was macht die Frau?" kam es von Eibl zurück. Der Mann war einmal vor langer Zeit als Hilfskraft bei einer Expedition in die Wälder Papua-Neuguineas dabei gewesen.

Ich fuhr von Eibels Reich in Richtung Irschenberg auf die Autobahn nach Salzburg, wo ich noch ein paar Besuche machen wollte. Und so sah es am Morgen beim Aufwachen im Motel aus, wo ich noch ein Bett bekam. 85 Euro sind ziemlich viel Geld für so eine Übernachtung - auch noch ohne Frühstück. Aber wenn hinterm Haus so ein Blick wartet, kann man die Autobahn vor dem Haus und die Geldgier der Besitzer leichter verkraften.


In Salzburg war ich zu einem Gespräch bei dem Antiquar und Schriftsteller Max Blaeulich in der Steingasse un d ging auf den Spuren meiner Jugend spazieren. Außerdem hatte ich endlich einmal Zeit, die Einladung von Elisabeth Bruckner anzunehmen, sie doch wieder einmal zu besuchen.

Diese mütterliche Freundin ist die Mutter meines besten Schulfreundes Georg, der wie sein Bruder und seine Schwester in Wien lebt. Die alte Dame ist 87 und wäre daher ziemlich viel allein, wenn sie sich nicht rührend um ihre 91 Jahre alte Schwester Edith kümmern würde. Außerdem vermietet sie während der Salzburger Festspiele und Hochschulwochen Zimmer an Musikstudenten und Nachwuchskünstler aller Sparten. Da hat sie dann wieder Leben in der Bude. Elisabeth Bruckner fährt noch täglich Auto und lebt zwei Häuser neben dem inzwischen leicht vergammelten Haus meiner Salzburger Kindheit. Ihre zwei Buben waren im gleichen Alter wie mein Bruder Thomas und ich. Wir spielten zusammen, machten die gleichen Messdiener- und Pfadfinergruppen unsicher und gingen auf die gleiche Schule. Wie oft ich bei Bruckners war, kann ich schon gar nicht mehr sagen. Im Rückblick kommt es mir so vor, als sei ich mehr dort als daheim gewesen.
Nach dem Aufbruch am Dienstag war jetzt nach einem Abend des Erzählens schon wieder Freitag und ich musste zurück: Die Ferien-Rückreisewelle drohte, und ich sollte an diesem Nachmittag meinen Beitrag für das RBB Kulturradio noch fertig produzieren. Die Kollegen wollen am Montag zu einem Zeitpunkt schon senden, an dem ich noch im Auto nach Baden-Baden sitze. Zwei Tage Sonne noch, ein bisschen Wochenende, Einkäufe, Ausschlafen und ein paar Freunde zur Geburtstags-Nachfeier: Das war 2008 mein Arbeitsurlaub im Sommer.

Montag, 5. Mai 2008

Was treibt der Kerl eigentlich so lange?

Seit Februar bin ich öfter in Verzug geraten mit der Aktualisierung dieses Blogs. Es war einfach zu viel los. Erst musste ich die Reportage "40 Tonnen Freiheit - aus dem Leben eines Fernfahrers" fertig produzieren, die heute bei SWR2 "Leben" gesendet wird. Dann war ich im März bei den Rauriser Literaturtagen, über die ich noch etwas mehr verspreche - aber mit Zeit. Derweil das eine oder andere Foto, das auch einen Eindruck vermittelt von einem Literaturfestival in den Österreichischen Tauern, 900 Meter hoch in einem Dorf mit 1800 Einwohnern, von denen sich ungewöhnlich viele für Literatur und Autoren begeistern. Sogar ein Friseursalon dekoriert sein Schaufenster mit Büchern und startet die Aktion "Lesen beim Friseur" mit den Titeln der eingeladenen Dichter. Wenn die im Gasthof Grimming oder schräg gegenüber im "Platzwirt" auftreten, kommen bis zu 600 Leute! 5 Tage lang lesen bekannte und unbekannte Schriftsteller aus ihren Büchern und Manuskripten - ein echtes Literaturfest.

Da zischt zwar mal der Bierhahn in die Poesie oder klappern Messer und Gabel hungriger Zuhörer, aber die Atmosphäre ist einmalig autenthisch. Im Publikum vertreten sind die Einwohner des Rauriser Tals, aber auch Zugereiste aus dem ganzen Salzburger Land, Studenten und ihre Professoren aus Innsbruck, Salzburg und - man höre und staune - Klagenfurt, wo man meinen könnte, alles konzentriert sich auf den telegenen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Dazu kommen gelegentlich Skitouristen, die einfach neugierig werden und hängen bleiben, vor allem abends. Die Autoren selbst schätzen die intime Atmosphäre und die persönlichen Begegnungen untereinander und mit Verlegern, Journalisten und - tatsächlich - Lesern. Und die Veranstaltungen finden in allen Gasthäusern von Rauris statt, nicht nur im Grumming und im Platzwirt, die ich hier stellvertretend für alle nenne.

Gespräche mit Bauern oder Handwerkern bei so genannten "Störlesungen" (Stör ist ein österreichischer Ausdruck für das, was man bei uns "Walz" nennt: Wandernde Handwerker und Hausierer kamen früher auf die Bergbauernhöfe; heute, im Zeitalter der Supermärkte und der allrad-motorisierten Landbevölkerung sind es eben Dichter, die auf Hausbesuch kommen) sind denn auch das Wichtigste hier, wenn auch NICHT Teil des offiziellen Programms.

Eine solche Lesung fand sogar in 1475 m Höhe in einer zur Skihütte umgebauten Alm statt.Der Betreiber und Inhaber einer Gondelbahn bugsierte Künstler und Publikum gratis nach oben und lud dann auch noch alle zum Essen ein! Wo bitte gibt´s das sonst?

Draußen war noch echter Winter, aber auch eine Gelegenheit zum Rauchen. Drinnen war´s gemütlich nach der Definition "Gemütlichkeit ist der Mangel an Licht, Luft und Platz". Schön war´s aber trotzdem. Nur brauche ich für das Bearbeiten meiner Tonausbeute noch Zeit. Dafür werden viele schöne "Reste" bleiben, die dann in meinem Podcast auftauchen.

Erst einmal musste alles liegen bleiben, denn die nächste Dienstreise zu Recherchen stand bevor: Für ein Feature über "Die literarischen Cafés von Madrid".


Wie sehr diese Einrichtungen sich von Wiener Caféhausromantik unterscheiden, zeigen schon ein paar Fotos.

Das erste ist eine Außenaufnahme des "Circulo de Bellas Artes": ein Art-Deco-Bau mit Theater, Ausstellungsräumen, Musik- und Vortragssälen, Verlag, Radiosender, Buchhandlung und Kino.

Das Ganze ist ein direktes Erbe der Aufklärung, denn vor 200 Jahren wurde dieser Zirkel gegründet - ähnlich wie das "Ateneo" mit seiner unglaublichen Bibliothek von 500 000 Bänden, die bis auf 6 Feiertage täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet ist.

Das dazugehörige Programm im "Circulo" beschäftigt 140 Angestellte - ein Unternehmen in Sachen Kultur, gänzlich privat, aber staatlich bezuschusst. Im Erdgeschoss (hinter der Markise) ein Café, in dem man auch preiswert und gut essen kann.



Die besondere Attraktion im Café des "Bellas Artes" ist eine nackte Marmorschönheit mitten im Saal, die manche Gäste ganz schön vom Essen ablenkt und immer Gesprächsstoff liefert.

Damit dies hier nicht geschieht, wähle ich eine Aufnahme in der Totalen, die wenigstens den Art-Deco-Raum als Ganzes zeigt. Die Atmosphäre ist auch hier schon sehr speziell. Und in Madrids Innenstadt kann man sonst nicht für 11,50 € ein Zweigänge-Menü mit Mineralwasser und abschließendem Kaffee inklusive bekommen.

Madrid war kalt Anfang April, saukalt auf Deutsch. Deshalb habe ich jede Gelgenheit genutzt, mich aufzuwärmen, und das "Bellas Artes" wurde aus Kostengründen mein Stammlokal in dieser Woche.


Eine andere wichtige Station war das "Grán Café Gijón" - gut über 100 Jahre alt und ebenfalls ein echter Künstlertreff, aber völlig anders. Vergleichsweise eng und teuer, zieht es immer noch Literaten und Maler an, aber auch Touristen, und die verderben die Preise. Aber hier gibt es öffentlich zugängliche "Tertulias", wie man die Lese- und Diskussionszirkel von Literaten, Künstlern und überhaupt Intellektuellen in Spanien traditionell nennt. Das ist im "Café Comercial" oder im "Ateneo" weit schwieriger, weil man da erst Mitglied werden muss, um dabei sein zu können.

Um diesen Bericht nicht ausufern zu lassen, nur noch zwei Fotos:

Diele und Treppenhaus des "Ateneo", das leider total unfotogen in einer engen Altstadtgasse liegt und von außen weniger als nichts hermacht. Das "Café" ist hier eine eher lieblose Cafetería im Keller, aber preiswert - und man darf rauchen.









Das Café Comercial ist eher nüchtern, weniger pompös, aber ebenfalls über 100 Jahre alt und ein Hort der Tradition. Nur ist man hier nicht auf Schöngeister festgenagelt. Die nahe Universität mit der Juristischen Fakultät und viele Journalisten aus benachbarten Redaktionen gehen hier ein und aus. Das sorgt für Abwechslung.

Nun muss ich das alles erst einmal verarbeiten und im Falle Madrids auch übersetzen, um meine Sendungen produzieren zu können. Also bitte ich um Verständnis und Geduld: Hier wird´s vorerst nur Kleinkram geben.

Aber auch der kann ja recht kurzweilig sein und soll nicht fehlen. Von meinem zweiten PEN-Club-Treffen in Glurns gibt es nicht viel zu erzählen, es war schon nicht mehr so neun und durch bessere Kenntnis der Kollegen auch mehr privat - freundschaftlich eben. Und jetzt zerrt der Alltag mit Macht an mir.

Freitag, 5. Oktober 2007

Brenners Parkhotel von unten


Meine Unterkunft im September

So gemütlich bringt man in Brenners Parkhotel zu Baden-Baden das Personal unter. Das erste Haus am Platz (5 Sterne) kann ich mir als Gast nicht leisten, aber als SWR-Mitarbeiter hatte ich im September das Vergnügen, eine dieser Unterkünfte für 270 € im Monat zu bewohnen. Das ist die Realität eines Abkommens zwischen Brenners und SWR für Praktikanten, Auszubildende, Hospitanten oder für eine Übergangszeit auch alte Knacker wie mich, die eine bezahlbare Zweitwohnung suchen. Die jungen Kellner und Kofferträger in meiner Nachbarschaft waren rücksichtsvoll, höflich und leise. Das Lauteste war die klopfende Heizung, die ich an einzelnen kalten Abenden als Untermalung zum Radio hörte. Gottseidank nur von Montag bis Donnerstag. Am Freitag fuhr ich nach dem Mittagessen heim; denn in dieser kuscheligen Mansarde reichte die Beleuchtung kaum zum Lesen, der Tisch wackelte, der Schrank war nicht verschließbar - da arbeitet man gerne länger im Büro, um die Woche rumzukriegen.

Freitag, 17. August 2007

Arbeit ist das halbe Leben


Und der Arbeitsplatz ist Lebensqualität

Seit Baden-Baden ist der größte Teil meines Lebens wieder am Schreibtisch passiert. Schon irgendwie unglaublich, was mit so einem kleinen Laptop so alles möglich ist: Recherchen, Texten, Musik hören, Originaltöne bearbeiten, manchmal sogar ganze Beiträge produzieren. Das digitale Aufnahmegerät dafür ist inzwischen nicht mehr größer als eine Zigarettenschachtel - nur um einiges teurer. Dazu noch ein ordentliches Mikrophon, und fertig ist das Heimstudio.

Auch das Zeitschriften-Machen wird erheblich einfacher mit einem vernünftigen Rechner. Ideen, sorgfältige Recherchen und Formulieren kann mir keine Technik ersparen - das soll sie auch nicht, denn das ist vielleicht der lustvollste Teil meiner Arbeit als Autor. Aber die Brötchen, die ich als Redakteur verdiene, also mit dem Organisieren und Umsetzen, d.h. Bearbeiten und Korrigieren von anderer Leute kreativer Tätigkeit, sind der Schweiß meines Angesichts, von dem schon die Bibel spricht. Und der ist rationalisierbar mit so einer Maschine.
Allein das Austauschen von Korrekturen bei einem an sich fertigen Zeitschriften-Layout, früher eine sehr zeitaufwendige Sache, vereinfacht sich durch den Rechner erheblich: E-Mail, PDF-Dateien, eine riesige Festplatte, die unermessliche Archivordner speichert, und andere kleine Maschinenkünste beschleunigen Abläufe, die noch Wochen dauerten, als ich das Redakteurshandwerk lernte, auf wenige Stunden. Postwege fallen aus, Wartezeiten am Telefon oder Faxgerät ebenfalls: prima.
Ich habe wieder mal eine Zeitschrift gemacht. Nichts Aufregendes also war los in den letzten Wochen, aber mein Arbeitsplatz ist jetzt im schönsten Zimmer des Hauses (abgesehen vom Wohnzimmer im Erdgeschoss). Das finden auch meine Katzen. Nur gut, dass es auch einen Lese-Sessel gibt. Sonst hätte ich manchmal Mühe, meinen Platz am Schreibtisch zu verteidigen.

Dienstag, 22. Mai 2007

Endlich wieder schreiben!

Mein erster Tag für die Philosophie seit Wochen - und dann auch noch ein bezahlter! Ich habe gestern nicht viel mehr als die Durchsicht meiner Stoffsammlung zum Thema "Sprachsünden gegen die Ehrlichkeit" geschafft, weil mich dauernd Kollegen mit verspäteten Korrekturwünschen für die SWR2-Zeitschrift nervten, die ich gerade redigiere.
Heute ist es aber weitgehend geschafft. Ich warte auf die Layouts. Und nach einer dramatischen Amselrettung vor unserer schönen Räuberin mit den blauen Augen konnte ich anfangen. Whoopy (oder Woopi? - benannt nach Goldberg, weil sie ständig ein freches Grinsen zur Schau trägt) ist eine kleine, aber instinktsichere und blitzflinke Siamkätzin von knapp zwei Jahren. Na ja, und die hat heute, als ich den Frühstückstisch im Garten deckte, eine halbstarke Amsel bei Flugübungen geschnappt. Ich konnte den Vogel retten und die Katze ausreichend loben, musste aber zur Konzentration auf die bevorstehende Arbeit eine Zigarette rauchen. Na, das passt! Sehen Sie selbst...

Samstag, 19. Mai 2007

Chaos-Tage im Mai

Während die Welt auf den G-8-Gipfel in Heiligendamm wartet und die Sicherheitsfreaks immer mehr wie Wladimir Putin denken, habe ich kaum Zeit für Schöngeistiges. Ich hatte wollte gerade Urlaub machen und hatte gerade angefangen, meine Steuererklärung zu machen, da bekam ich das Angebot meines sonst eher knickrigen Senders, kommissarisch (wohl auf Bewährung) für die vierteljährliche Zeitschrift des SWR2 RadioClubs zu übernehmen. Ein Angebot, das man als freier Autor nicht ablehnen kann, selbst wenn man für einen ARD-Sender arbeitet. Einem Kollegen, der Vaterschaftsurlaub nimmt, sei´s gedankt - damit komme ich zumindest vorübergehend auf 12 Arbeitstage in zwei Monaten mehr. Bisher lebe ich von 8 solcher redaktionellen Arbeitstage plus Autorenaufträge, die ich an Land ziehe. Da muss die nächste Rezension über die Muslimbruderschaften liegen bleiben.
Dummerweise habe ich einen solchen Auftrag auch noch bis zum 11. Juni zu erledigen, die Steuer muss schon bis Monatsende fertig sein und die Zeitschrift frisst mich gerade auf. Und das, obwohl ich gerade offiziell Urlaub habe. Ja: Für "feste freie" Mitarbeiter des öffentlich rechtlichen Rundfunks der ARD gibt es einen Urlaubsanspruch, und den versuche ich zu nutzen, weil, die kreative Selbstausbeutung gesundheitliche Grenzen hat. Aber wann ich mal fünf grade sein lassen kann in diesen chaotischen Maitagen, wissen die Götter, ich weiß es nicht. So kann man eben verfolgen, wie Schreiben funktioniert, wenn es überhaupt funktioniert in einem Land, wo Kulturmanager besser leben als kulturelle Urheber.
Das Autorenleben geht weiter - irgendwie. Ich werde Bescheid geben, wenn der kreative Teil wieder an der Reihe ist. Jetzt laufe ich säumigen Artikelschreibern hinterher, organisiere Fotos, streite mit eitlen Kollegen, die ihre Weisheiten nicht kürzen lassen wollen, obwohl das Layout überfließt. Mache halt den üblichen Redakteursjob. Bis heute Abend. Da sind wir bei Freunden eingeladen, und da will ich hin. Morgen mache ich vielleicht die Steuer fertig - oder sie macht mich fertig. Ab Montag will ich mich jedenfalls auf ein Manuskript konzentrieren. Deshalb wird´s noch ein wenig dauern, bis wieder Neues von mir zu lesen ist. Aber auch dies ist gewiss: Es wird Neues geben, und wenn es nur neue Überraschungen sind.

Donnerstag, 26. April 2007

Intro

Hallo, das ist wieder eine neue Baustelle. Kann also sein, dass es eine Weile dauert, bis hier so etwas wie eine Struktur oder Ordnung entsteht, die Sinn macht.
Deshalb vorweg mein Ziel: Ich bin Autor und Journalist. Schreiben ist mein Leben, und hier möchte ich davon erzählen - vielleicht auch mal unfertig, ungeschliffen oder unerwünscht. Manchmal ist mein Leben ganz schön chaotisch, und vielleicht ist es interessant, zu erfahren, warum. Von Natur aus bin ich nämlich kein Chaot.
Ich werde Kostproben meiner veröffentlichten Arbeiten anbieten und von aktuellen Elementen meines chaotischen Lebens berichten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dafür hat kein Mensch Zeit). So entsteht hoffentlich schrittweise ein Profil, das "etwas bringt" - was und wem, wird sich zeigen.