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Donnerstag, 21. Oktober 2010

Psychogramm für Baden-Württemberg: "Der Ministerpräsident" von Joachim Zelter

Joachim Zelter: "Der Ministerpräsident", Roman, Klöpfer & Meyer Verlag Tübingen, 188 Seiten.



Dieses Buch ist nicht nur eine scharfe Satire auf den Politikbetrieb in Baden-Württemberg, auf die Selbstbedienungsmentalität der Politikerkaste im CDU-County, es ist auch ein feines und sehr menschliches Psychogramm des dort verheizten Spitzenpersonals. Bei Zelter wird ein Ministerpräsident menschlich, weil er einen Unfall hat und danach "nicht mehr er selbst ist", d.h. eine Gefahr für die hohle Politik der Selbstdarstellung der Parteikader.


Hier kann man Günter Öttinger reden hören und Stefan Mappus denken sehen. Wie diese Leute ticken, die scheinbaren Dauerpächter des Patriotismus, das hat Zelter erspürt und beschrieben wie sonst höchstens noch Manfred Zach. Der aber kam selbst aus dem inneren Zirkel der Macht. Joachim Zelter aber ist über jeden auch nur theoretischen Verdacht erhaben, sich da mit einem Gehirnvirus infiziert zu haben, wie er bei den Betreibern von Stuttgart 21 in Erscheinung tritt. Besseren Impfstoff gibt´s nicht.

Montag, 18. Oktober 2010

Stuttgart 21 - Interessenpolitik gegen Gemeinwohl

Der Ulmer OB Ivo Gönner (SPD) hat den Stuttgart-21-Vermittler Heiner Geißler kritisiert und dabei die gleichen geistlosen Wiederholungen schwacher "Argumente" benutzt wie sein zurückgetretener Parteifreund und Ex-Stuttgart-21-Sprecher Wolfgang Drexler. Es ist ganz einfach zu durchschauen: Gönner macht platte Interessenpolitik für die partikulare Gemeindschaft der Stadt Ulm und gegen Stuttgart - statt Politik für ein Gemeinwohl, das wirklich an einer größeren Gemeinschaft ausgerichtet ist, z.B. Baden-Württemberg. Ulm profitiert von einer besseren Verkehrsanbindung, hat aber dadurch weder Baustellen noch andere Risiken und Beeinträchtigungen zu befürchten wie Stuttgart.

Gönner hat also leicht reden und ist ein Regionalegoist erster Klasse. Eben diese Verwechslung von Interessenpolitik mit einer Politik fürs Gemeinwohl stellt ihn in eine Reihe mit Bauspekulanten, Unternehmern, die von dem Projekt Stuttgart 21 durch Großaufträge profitieren und Politikern von CDU und FDP, die in deren Aufsichtsräten sitzen oder bis vor kurzem saßen. Pfui Teufel! So sollte sich Baden-Württemberg nicht in verschiedene Intreressensgebiete auseinanderdividieren lassen - das würde nur denen nutzen, die ihre Nichtsnutzigkeit gerade deutlich beweisen. Wer das mit Demokreatie verwechselt, kann mir nur Leid tun.

Übrigens: Seit fast drei Wochen wartet die Öffentlichkeit vergebens auf Beweise für die angebliche Gewalt von Demonstranten, die am 30. September der brutalen Polizeieinsatz ausgelöst hat. Wie heuchlerisch sind Gesprächsangebote von Politikern, die diesen Einsatz und die dafür Verantwortlichen immer noch decken und sich dabei auf Recht und Gesetz berufen?

Statt Legalismus brauchen wir Gerechtigkeit. Das haben die Menschen begriffen - im Gegensatz zu FDP und CDU. Da helfen auch keine dümmlichen Statements von Justizministerin Leuthäuser-Schnarrenberger oder eines Verfassungsgerichtspräsidenten, eine Volksabstimmung zum jetzigen Zeitpunkt sei "verfassungsrechtlich problematisch". Erstens: Was soll das denn überhaupt heißen? Zweitens: Dann hätte man also schon lange vorher abstimmen können und sollen, aber OB Schuster hat das in Stuttgart schon 2007 persönlich verhindert. So beißen sich schwarze Katzen in den Schwanz. Und genau diese Spielchen haben die Leute satt.

Sonntag, 17. Oktober 2010

S 21 - Der Protest verändert sich

















Am Bauzaun Süd im arg verschandelten Schlosspark herrscht eine seltsame Stimmung. Ich bin kein Verehrer von Bäumen oder Anhänger von Naturreligionen. Aber an diesem Ort habe ich das Gefühl: Er ist heilig. Hier standen Jahrhunderte alte Bäume, die von gewalttätiger Entschlossenheit gefällt wurden. In früheren Blogs waren sie noch zu sehen. Jetzt ist der Boden zertrampelt wie ein Festplatz - man kann fast kein Gras mehr sehen. Und die Menschen gehen hier herum wie in einer Kirche: leise, in sich gekehrt, neugierig, aber respektvoll. Exakt das Gegenteil derer, die hier gewütet haben.

Hier fand am 30. September der "schwarze Donnerstag" stattt, als die Polizei mit Gummiknüppeln, Pfefferspray und Wasserwerfern, deren Inhalt man CS-Reizgas beigemischt hatte, Demonstranten aus den Böäumen schoss und auseinanderjagte, die sich den Baumfällarbeiten mit friedlicher Präsenz entgegenstellten. Es gab weit über 100 Verletzte, zwei liegen immer noch im Krankenhaus, einer wird wohl blind bleiben.

Ministerpräsident Mappus und OB Schuster haben seitdem Kreide gefressen. Aber Mappus stellt sich weiter hinter seinen Innenminister Heribert Rech, an dem die ganze Aktion vorbei gelaufen zu sein scheint. Es sieht so aus, als habe Mappus persönlich Einfluss auf den Einsatzbefehl genommen. Das wird aber wohl erst ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss klären, den die Grünen beantragt haben. Die SPD (Vorstand und Fraktion) wollten erst nicht mitziehen, weil zu viele führende SPD-Politiker in die Skandale um Stuttgarr 21 verwickelt sind. Aber gestern Abend forderte bzw. beschloss die große Mehrheit der Delegierten auf dem SPD-Parteitag in Ulm ebenfalls diesen Untersuchungsausschuss. Der wird jetzt also kommen. Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass die CDU nach 60 Jahren die Macht in Baden-Württemberg verliert.
















Die Demonstration war auch am Samstag, dem 16. Oktober auf dem Stuttgart Schlossplatz wieder stark besucht - ca. 25 000 Menschen, aber das Zählen ist schwer bei so vielen Schirmen. Es regnete den ganzen Tag und die Leute froren bei Temperaturen unter 10 Grad. Und der Humor ist den Demonstranten immer noich nicht vergangen. Jeses Mal sehe ich neue, teils ausgesprochen witzuge Plakate und Transparente.

Das Volk ist eine Wand - und wer mit dem Kopf da gegen anrennt, muss wissen, was er tut.

Böse Geschichten, die das Leben schreibt

Quim Monzó: "Tausend Trottel", Erzählungen. Aus dem Katalanischen von Monika Lübcke. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt a.M., 142 S., 17,90 €

Quim Monzó ist einer dieser Erzähler, die zu Hause in Barcelona längst jeder kennt. Sehr beliebt sind seine Radiosendungen und seine regelmäßige Kolumne in der Tageszeitung La Vanguardia. Bei uns erscheinen seine Bücher in der kleinen Frankfurter Verlagsanstalt, aus dem Katalanischen übersetzt von Monika Lübcke. Monzó, heute 57, hat als Kriegsreporter angefangen, und das mag auf seine Sicht der Welt, vielleicht auch seine Sprache abgefärbt haben. Die ist provozierend und melancholisch – mit einem ausgeprägten Sinn fürs Komische. Eine Kostprobe aus seinem neuen Prosaband „Tausend Trottel“ bietet die folgende Version der biblischen Verkündigungsgeschichte:

„Keine Angst, Maria. Du hast Gnade bei Gott gefunden und bekommst einen Sohn; ihm wirst du den Namen Jesus geben.“ Doch Maria sagt: „Wie, nein?“ Der Erzengel ist fassungslos. Maria bleibt hart. „Kommt gar nicht in Frage. Ich will nicht. Ich werde dieses Kind nicht bekommen.“

Das Buch versammelt 18 Kurz- und Kürzestgeschichten sowie die längere Erzählung „Der Frühling kommt“. Der seltsame Titel „Tausend Trottel“ ist ein Zitat aus diesem Text. Darin schmiedet ein altes Ehepaar im Heim Pläne für die sauberste Art des Selbstmordes. Ihr Sohn denkt in Tagträumen über Euthanasie nach, weil er das qualvolle Hinsiechen der „Tausend Trottel“ im Altenheim hilflos mit ansehen muss. Schmerzhaft klar ist die Sprache seiner  Zwickmühle der Gefühle zwischen Liebe und Wut gegenüber der Mutter:

"Sie stürzt im Bad, wenn sie vom Klo aufsteht – verliert dabei das Gleichgewicht und schafft es nicht, sich am Waschbecken festzuhalten, weil ihre Arme schon zu schwach sind – oder wenn sie ihren gerade gewaschenen BH auf einen Haken hängen will. Sie fällt hin, wenn sie das Bad verlässt, sie fällt hin, wenn sie sich auf einen Stuhl setzen will, und sie fällt, wenn sie vom Stuhl aufsteht. Sie fällt hin, weil ein Bein wegen einer Arthrose vollständig verbogen ist, die sie, als sich die ersten Symptome zeigten, nicht hat behandeln lassen, weil alle Ärzte Trottel sind."

Zwar erscheint der Vater als arbeitsscheuer Hypochonder und die einst starke Mutter als sparsames Arbeitstier mit manischen Zügen. Doch kein Wort stellt ihre Würde oder die Liebe des Sohnes in Frage. Monzó formuliert die Licht- und Schattenseiten der Existenz stets voller Mitgefühl – auch für wirklich schräge Typen.  Da verhilft ein renommierter Schriftsteller einem jungen Autor zu Ruhm, und der wird sein schlimmster Gegner. Da bemüht sich ein Prinz vergeblich, Dornröschen wach zu küssen, und schläft so erschöpft wie unbeachtet neben ihm ein. Da heiratet ein überzeugter Junggeselle seine todkranke Freundin, und sie blüht in der Ehe auf. Monzó stellt auch groteske Situationen ganz unangemessen sachlich dar, und gerade das erzeugt eine schmerzhaft übersteigerte Wirkung. Don Quijote lässt grüßen. Exemplarisch dafür ist der Dialog zwischen Schüler und Lehrer in der Kurzgeschichte „Ein Schnitt“:

„Ich wurde mit einer zerbrochenen Flasche angegriffen.“ Das Blut tropft aus seinem Hals und macht Flecken auf das weiße Hemd seiner Uniform. Auch der Kragen seiner Jacke ist voller Blut. „Aber Toni, so betritt man doch nicht das Klassenzimmer. Kannst du dich nicht richtig benehmen?“ „Herr Lehrer, Ferrán und Roger haben eine zerbrochene Flasche neben dem Getränkeautomaten gegriffen und mir in den Hals gestoßen und…“ „Toni, wie betritt man das Klassenzimmer?"

Man kann Kälte und Kleinlichkeit kaum eindringlicher auf den Punkt bringen. Solche sprachlichen Grotesken bedeuten eine große Herausforderung, der sich die Übersetzerin Monika Lübcke souverän stellt. Ähnlich ist es ihr mit dem bizarren Humor des Autors gelungen. Ob es um hohle Rituale bei Familientreffen geht oder das Reden über Bücher, die man nicht gelesen hat: Jeder Satz kratzt an der Fassade einer höchst oberflächlichen Bussi-Bussi-Gesellschaft, die nicht halb so zivilisiert ist, wie sie nach außen hin gern tut. Dieses Buch ist eine Sammlung kleiner literarischer Kostbarkeiten, sorgfältig lektoriert und auch handwerklich ein Schmuckstück – vom Druck bis hin zum künstlerisch wertvollen Umschlagbild von Neo Rauch.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Bei Marion Poschmann sitzt jedes Wort

Marion Poschmann ist als Lyrikerin handwerklich außerordentlich versiert und formbewusst, gehört z.B. zu der Handvoll Autoren & Autorinnen deutscher Zunge, die heute noch wirklich überzeugende Sonette schreiben können, in originellen Endreimen, aber auch experimentell mit anderen Versformen und in freien Rhythmen. 

Rhythmen sind bei ihr aber stets mehr als bloß gebrochene Zeilen, sondern wiederholbare und erkennbare musikalisch-mathematische Einheiten (nur diese erkenne ich als Rhythmen an. Was ein Musiker nicht spielen oder singen kann, hat eben keinen Rhythmus).

Ein solches Sonett ist hier exemplarisch zitiert.


  
vage Aussichten

du hast mir Quallen, hast mir Bullaugen gegeben,
zwei runde Fenster in das unscheinbare Meer.
zu nah, daher zu fern. zu dicht. zu viel. zu sehr.
zu transparent. ich nahm nicht wahr, wie direkt neben

mir dieses Meer begann. ich sah die Quallen schweben,
sah ihren Körper kaum, ein blasser Sack, nicht mehr
erkennbar als ein Ding des Wassers. gläsern,leer
der blanke Hintergrund, an dem Gedanken kleben,

als käme Klarheit auf. als öffneten sich Fenster
auf das, was war, auf nichts. Erinnerungsgespenster,
zu ungreifbar, zu zart. die Blicke scheitern hier.

ein heller Wellenschlag wie ohne Oberfläche
verdeckt, was nichts ist als eine Gedächtnisschwäche,
ein schwimmendes Gesicht, schon innerhalb von mir.


Da gibt es perfekte und originelle Endreime, aber auch spannende Zeilen- und Strophenübergänge sowie großartige Bilder: Die Qualle als genaue Naturbeobachtung und zugleich Projektionsfläche für philosphische Reflexionen, die Augen als Bullauge zuzr Welt, ein „heller Wellenschlag“ etc.: Das ist wunderschön, tief und vielschichtig. 

 
Sie kann´s. Dass ich ein ganzes Kapitel Wort für Wort lesen kann, ohne etwas zum Kritisieren zu finden, ist für mich als Lyriker und Kritiker doch eine extreme Seltenheit.








Zäune im Land - Mauern im Kopf

Wir Deutschen haben Erfahrungen mit Mauern und Zäunen. Daher interessieren sich inzwischen auch die Medien unserer Nachbarländer dafür, was in Stuttgart passiert.
Dass mit solchen Machtdemonstrationen ein Bauprojekt wie "Stuttgart 21" durchgesetzt werden soll, das keine Mehrheit in der Stadt und vermutlich (so, wenn sich nichts ändert) im ganzen Land finden wird, macht nicht nur mich nachdenklich.
Organisierte Leserbriefkampagnen in der Presse sollen den Eindruck entstehen lassen, als stünden sich Gegner und Befürworter des Projekts inzwischen unversöhnlich und gewaltbereit gegenüber, als würden die Demonstrationen gegen das Projekt die Bevölkerung spalten. Das Gegenteil ist der Fall: Ich selbst habe jetzt vier Mal an Demonstrationen gegen S 21 teilgenonmmen und jedes Mal erfahren, wie der bürgerliche Widerstand ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringt.
Hier, an diesem Tatort, treffen sich Befürworter und Gegner. Sie diskutieren, sie reden friedlich miteinander - sie tun genau das, was die Deutsche Bahn und die politische Führung bestreiten und verweigern. Weil sie Fakten schaffen wollen, eine behauptete "Unumkehrbarkeit" tatsächlich herbeiführen wollen, während angeblich offene Gespräche ohne Bedingungen stattfinden sollen.
Diese Tricksereien von Winkeladvokaten über die Frage, was ein Baustopp sei, was ein vorläufiger Baustopp und was ein "Innehalten" - genau das verdirbt die Atmosphäre, führt zu Misstrauen und zerstört die politsche Kultur in diesem Land. Ich bin gespannt, ob Heuiner Geissler das in die Köpfe von Leuten hinein bekommt, die sich selbst durch unhaltbare Positionen und falsche Nibelungentreue unter einen enorme Druck gesetzt haben.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Stuttgart 21: Offener Brief an Stefan Mappus

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Stefan Mappus, 
Sehr geehrter Herr Innenminister Heribert Rech!

Ich bin entsetzt über den brutalen Einsatz der Polizei gegen 
tausende Bürgerinnen und Bürger, die friedlich gegen "Stuttgart 
21" demonstrierten. Dass dies auf die Falschmeldung hin geschah,
die Einsatzkräfte würden mit Steinen beworfen, ist inzwischen 
erwiesen. Ich forde Sie dringend auf: Wenden Sie weiteren 
Schaden von unserer repräsentativen Demokratie ab, indem Sie 
umgehend Methoden abstellen, die wir bisher nur aus dem 
Repertoire so "lupenreiner Demokraten" wie Silvio Berlusconi, 
Hugo Chavez oder Wladimir Putin kennen! 
 
Es ist eine Schande und sehr wohl eine Gefahr für unsere 
repräsentative Demokratie, wenn ihre Repräsentanten 
fortwährend die Gegner des Projekts Stuttgart 21 
diffamieren, wie orientalische Potentaten penetrant jedes 
Mal die nach Klickzählung ermittelte Zahl der Demonstranten 
halbieren lassen oder Gerüchte streuen lassen, um 
Projektgegner einzuschüchtern.

Niemals haben z.B. Lehrer Schüler instrumentalisiert; niemals 
haben "Parkwächter" Jugendliche dazu verführt, die genehmigte 
Route ihrees Demonstrationszuges zu verlassen; niemals sind 
Demonstranten gegen Polizisten gewalttätig geworden. 
Anscheinend muss ich Sie daran erinnern, das laut Aischylos und 
Gandhi ziviler Ungehorsam gegenüber Anweisungen staatlicher 
Autorität sittlich geboten und eine BÜRGERPFLICHT ist, wenn 
diese Anweisungen den Boden der Gesetze oder unserer 
moralischen Grundwerte verlassen. 
 
Nicht jeder Befehl eines Uniformierten ist zu befolgen: Ich 
weiß das als jemand, der Philosophie und Theologie studiert 
und seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr geleistet hat. Ich 
habe gelernt, wann ein Befehl verweigert werden darf. Und hören 
Sie endlich auf, zu glauben, die Bürger wüssten das nicht. 
Ich halte es für den Gipfel der Scheinheiligkeit, wenn Sie 
"alle Beteiligten" auffordern friedlich zu sein, und genau 
wissen, dass die Gewalt bisher ausschließlich von Ihnen oder 
Ihren Untergebenen ausgegangen ist. 
 
Herr Rech, tragen Sie die politische Verantwortung für den 
brutalen Polizeieinsatz und treten Sie umgehend zurück!

Herr Mappus, es ist besser, Sie verlieren Ihr Gesicht als 
jedes Maß und die einzige Chance, Ihre politische 
Glaubwürdigkeit wieder zu erlangen: erlassen Sie sofort 
einen vorläufigen Baustopp für "Stuttgart 21" und ebnen 
Sie den Weg zu einem Volksentscheid über das Projekt! 
Nur so kann der Graben quer durch Baden-Württemberg 
überbrückt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Widmar Puhl