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Dienstag, 5. November 2024

Chormusik der britischen Inseln auf hohem Niveau

Die Degerlocher Kantorei in der Versöhnungskirche

Wohlklang und Polyphonie sind typisch für Chorwerke der englischen, irischen und schottischen Kirchenmusik, wie sie seit 600 Jahren in den Kathedralen, den Colleges sowie in zahlreichen großen Laienchören zu hören ist. Der ausdrückliche Wille zu hochwertiger Gottesdienstmusik hat im Lauf der Jahrhunderte eine enorme Fülle an Kompositionen hervorgebracht, die von Komponisten und Ensembles gleichermaßen gepflegt wird. 

Aus diesem reichen Fundus speiste sich das Konzert der Degerlocher Kantorei am 27. Oktober in der akustisch herausragenden und gut geheizten Versöhnungskirche. Das Programm hatte Chorleiterin Barbara Straub liebevoll zusammengestellt, die mit dem Chor fürs nächste Jahr eine Konzertreise nach Schottland plant. Zu hören waren Werke von William Byrd (1543 - 1623), Henry Purcell (1659 - 1695), Charles Villiers Stanford (1852 - 1924), Edward Elgar (1857 - 1934), John Rutter (*1945), James MacMillan (*1959) und Roxanna Panufnik (*1968). Der Abend bewegte sich im Spannungsfeld großer Gegensätze und schwebte gleichsam zwischen Himmel und Erde: Zu hören war klangprächtiger Gesang aus Freude an Gott, inniges Singen im Wissen um das Sterben, Singen als Bitte um Vergebung, Trost oder Segen sowie traditionelle gesungene Abendgebete.

Der Chor sang weitgehend a capella, nur im Mittelteil gab es Unterstützung durch die Orgel (Klaus Schulten). Die erfahrenen Sängerinnen und Sänger erwiesen sich einmal mehr als fast durchgehend intonationssicher und ausdrucksstark, selbst bei sechsstimmigen Stücken. Wobei besonders hervorzuheben ist, dass der Klangkörper von sonst gut 60 Köpfen durch Krankheit (teils kurzfristig) auf nur noch 38 geschrumpft war, was vor allem die Männerstimmen stark ausdünnte. Umso beachtlicher finde ich das hohe Niveau, auf dem hier gesungen wurde.


 

 

 

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