Samstag, 20. Januar 2018
Gestern und vorgestern hat in Stuttgart eine neue Ära der klassischen Musik begonnen. Teodor Currentzis (45) hat das SWR Symphonieorchester dirigiert: die Sinfonie Nr. 9 d-Moll von Anton Bruckner und "Lontano (in der Ferne) für großes Orchester" von György Ligeti. Die Musiker waren begeistert, das Publikum schlicht hin und weg. Das Orchester kam mit seinem ab September neuen Chefdirigenten zu einer Einheit aus Gefühl und Konzept, die ich nicht allein großartig finde. Sogar die sonst in Sachen SWR SO mehr als mäkelige "Stuttgarter Zeitung" titelt heute: "Kam. Dirigierte. Siegte". Da stimmte jedes Detail bis hin zu den roten Schnürsenkeln an seinen poppigen Schuhen. Die sehen ungeheuer bequem und sportlich zugleich aus. Zoomt ruhig mal drauf, mein Foto verträgt das. Ein Punk am Dirigentenpult, aber was für einer! Ich kann mir gut vorstellen, wie dieser Grieche den Russen in Novosibirsk und Perm einheizt.
Montag, 1. Januar 2018
Tolles Silvesterkonzert mit dem SWR Symphonieorchester
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Tatjana Ruhland und Andris Poga mit dem SWR SO |
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Frank-Michael Guthmann und Andris Poga mit dem SWR SO |
Ravels "Bolero", sicher das bekannteste Stück an diesem Abend, das aus einem einzigen großen Crescendo besteht, bot dennoch viele Überraschungen. Bei diesem grandiösen Reigen der Orchesterstimmen zeigte jeder, was ihn ihm/ihr steckt, von den Bläsern über die Streicher bis hin zu den Schlagwerkern. Das überschaubare melodische Motiv erschien nicht nur in jeder Runde einfühlsam gesteigert bei der Zahl und Lautstärke der Instrumente, sondern auch in jazzigen Komponenten und Verschleifungen, die viel Experimentierfreude verraten, ohne je die Vorgaben der Partitur zu verlassen. Wie Dirigent und Orchester hier sensibel die vorhandenen Spielräume kreativ nutzten, war beeindruckend. Bravissimo! Dieser Abend ließ schon träumen von dem, was unter dem künftigen Chefdirigent Teodor Currentzis möglich sein könnte. Im Januar gibt´s schon eine Kostprobe.
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